Hospiz an der Reuss
Ein Ersatz für das Zuhause Die langjährigen Erfahrungen der ambulanten Hospiz-Arbeit haben gezeigt, dass es immer wieder Situationen gibt, in denen eine häusliche Pflege an ihre Grenzen kommt. Sei es, dass Angehörige durch lange Betreuung am Ende ihrer Kräfte sind – sei es, dass Patienten alleinstehend sind.
Das Hospiz soll
ein Ersatz für das vertraute Zuhause sein. Das bedeutet, dass Angehörige
und Freunde Tag und Nacht willkommen sind. Da sie die tägliche Pflege
nun ans Pflegepersonal abgeben können, haben sie mehr Zeit für andere
wichtige Dinge wie miteinander reden, vorlesen, spazierengehen oder
einfach in Stille da zu sein.
Dem Ursprung des
Wortes Hospiz (Herberge, Gastfreundschaft) entsprechend, finden
Patienten und Besucher eine einladende und gastfreundliche Atmosphäre
vor. Die Räume sind warm und wohnlich mit Blick ins Grüne und auf die
Reuss. Jedes Zimmer ist mit Dusche/WC und einer Kochnische ausgestattet.
Helle Möbel, Blumen und Bilder schaffen eine freundliche Umgebung. Das Hospiz an der Reuss verfügt über 3 Patientenzimmer (mit notfalls 5 Betten). Für die Zeit, in der Angehörige Kräfte sammeln müssen oder Ferien geplant haben, können Patienten auch tageweise aufgenommen werden.
Unser Angebot Mit dem Hospiz an der Reuss bieten wir schwerkranken und sterbenden Menschen, die einer Behandlung im Spital nicht mehr bedürfen, einen Ort der Ruhe und Geborgenheit. In einer Atmosphäre liebevoller Zuwendung unterstützen wir sie in der letzten Phase ihres Lebens - ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer finanziellen Situation, ihres Alters oder ihrer Religion. Im Hospiz wird der Mensch ganzheitlich betreut: in medizinischer, psychosozialer und spiritueller Hinsicht. Der Patient und die Angehörigen geben mit ihren Wünschen und Bedürfnissen Weg vor, den sie gehen möchten. Der Schwerkranke soll in Selbstbestimmung, soweit wie möglich befreit von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen, leben und in Würde sterben können. Dabei richten wir uns nach den Grundsätzen der palliativen Medizin und Pflege.
Vornehmstes Ziel
unseres Hospizes ist es, den schwerkranken Menschen und ihren Angehörigen
eine bestmögliche Lebensqualität zu erhalten. Beihilfe zum Suizid oder aktive Sterbehilfe haben im Hospiz an der Reuss keinen Platz.
Das Hospiz an der
Reuss ist ein Ort menschlicher Begegnung und Zuwendung. Der Sterbende
soll Ruhe und Gelegenheit finden, sich – vielleicht zusammen mit
seinen Angehörigen und Freunden – mit seinem Leben, seinem Schicksal
und seinem Tod auseinander zu setzen und wenn möglich zu versöhnen. Trauerbegleitung gehört eng zur Aufgabe des Hospizes, und das nicht erst nach dem Tode eines Patienten, sondern schon in der Phase des Abschiednehmens. Das Pflegepersonal und die freiwilligen Begleiterinnen stehen dafür in Gesprächen zur Verfügung. Als Ort der Stille bietet sich auch die nahe gelegene Klosterkirche an. Die trauernden Angehörigen können auch die vom AHBS angebotenen Offenen Trauertreffs in Baden, Wohlen und Rheinfelden besuchen. Hier hören sie von der Not der anderen und können in der Begegnung mit ähnlich Betroffenen Schritt für Schritt Ermutigung für den eigenen Weg finden. Die Offenen Trauertreffs können ohne Voranmeldung und ohne weitere Verpflichtungen besucht werden und sind mit keinen Kosten verbunden.
Das Wort „palliativ“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet umhüllend, umfassend, schützend (pallium: der Mantel, die Decke). Im Mittelpunkt dieser umfas-senden Betreuung und Pflege stehen der Patient und seine Angehörigen. Das Betreuungsangebot beruht auf einer ganzheitlichen Sicht des Menschen, besonders auch im Sterbeprozess. Wie es weltweit der Hospiz-Philosophie entspricht, umfasst es die medizinisch-pflegerische, die psychosoziale und spirituelle Begleitung der Kranken rund um die Uhr. Das Augenmerk liegt vor allem auf der Linderung belastender Symptome wie z. B. Schmerz, Atemnot, Angst, Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung, schliesst aber auch das psychische Wohlbefinden des Patienten und seiner Angehörigen mit ein. Das setzt voraus, dass Ärzte, Pflegefachpersonen, freiwillige Begleiterinnen, Seelsorger und Sozialarbeiter zum Wohle der Kranken und der ihm nahestehenden Menschen zusammenarbeiten.
Behandelnde Hausärzte
können ihre Patienten im Hospiz weiterhin begleiten. Falls dies nicht möglich
ist, vermitteln wir einen anderen erfahrenen Arzt. Wenn immer möglich, bestimmen der körperliche und seelische Zustand des Patienten seine Tagesstruktur und damit den Rhythmus der Betreuung durch das Pflege- und Betreuungsteam.
Aufnahme von Patienten Wir nehmen schwerkranke Menschen auf, die an einer fortschreitenden, nicht mehr heilbaren Erkrankung leiden und deren Lebenszeit begrenzt ist. Es sind dies z. B. Patienten, für die eine Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist und die einer Behandlung im Spital nicht mehr bedürfen. Angehörige oder Patienten können sich direkt im Hospiz melden. Ein persönliches Gespräch mit der Hospiz-Leiterin und die Rücksprache mit dem bisher behandelnden Arzt gehen der Aufnahme voraus. Dies geschieht nur mit Einverständnis des Patienten.
Der Aufenthalt im Hospiz an der Reuss kostet pro Tag CHF 180,--. Die Kostenregelung wird in einem persönlichen Gespräch mit dem Patienten und seinen Angehörigen geklärt. All unsere Anstrengungen gehen dahin, dass eine Aufnahme in das Hospiz nicht aus finanziellen Gründen scheitert.
Hospiz-Team Eine besondere Stellung in der Hospiz-Arbeit haben die freiwilligen Begleiterinnen und Begleiter. Zum Wohle der Patienten sind sie rund um die Uhr bereit, bei ihnen zu sein. Sie machen einfache Pflegehand-reichungen, kleine Besorgungen, gehen mit ihnen spazieren, lesen vor oder sind einfach da für Gespräche oder im gemeinsamen Schweigen. Die freiwilligen Begleiterinnen werden sorgfältig ausgewählt, auf ihre Arbeit im Hospiz vorbereitet und durch regelmässige Supervisionen und Weiterbildun-gen begleitet. Sie unterstützen auch die Angehörigen, indem sie mit ihnen zusammen Nachtwachen halten und in Krisensituationen erste Ansprechpersonen sind. Auf Wunsch werden weitere Fachpersonen beigezogen, z. B. Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Ernährungsberater, Psychologen und Seelsorger. Zur Schmerztherapie und Symptomkontrolle der Patienten werden bei Bedarf die Pflegefachpersonen der Ambulanten Onkologiepflege AOP einbezogen. Wussten Sie schon, dass wir auch ein Ferienzimmer haben - zur Entlastung der Angehörigen ? Rufen Sie einfach an und fragen Sie nach Details
Führungen Führungen durch das Hospiz finden auf Anfrage statt und dauern ca. 60 Minuten. Sie werden durch eine erfahrene Freiwillige Helferin durchgeführt. Eine Fachperson wird sich bei der Fragerunde Ihrer Gruppe anschliessen. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 12 Personen beschränkt.
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