Wir freuen uns euch unsere neue Hospiz Begleithündin „Lola“ und ihre Besitzerin Alexandra vorzustellen

 

Lola ist ein Australian Labradoodle und feierte diese Woche gerade erst ihren 3. Geburtstag.

 

Bei unserer ersten Begegnung kam Lola gleich zu mir an den Schreibtisch, legte ihre Pfoten und ihren Kopf auf mein rechtes Bein und forderte ihre Kuscheleinheiten ein. Mit ihrem sanften Wesen und ihrem weichen Fell hat sie mein Herz gleich im Sturm erobert.

 

Lola hat zusammen mit ihrer Besitzerin, Alexandra Schär, die Sozialhunde-Ausbildung in Allschwil besucht. Seither schenkt sie Menschen mit ihren Einsätzen sehr viel Freude und spendet, wo nötig, auch ganz viel Trost.

 

Wie es dazu kam

Alexandra hatte schon immer von einem eigenen Hund geträumt. Als voll berufstätige Mutter zweier mittlerweile erwachsenen Söhne, war ein eigener Hund jedoch lange Zeit nicht möglich.  Als die Kinder aus dem Haus waren und durch die Möglichkeit auch ab und zu von Zuhause aus zu arbeiten, nahm sie mit einer Züchterin Kontakt auf. Nebst ihrer Anstellung bei der S-GE (Switzerland Global Enterprise) als Strategic Project Leads sehnte sie sich nach einer ganz anderen Aufgabe: „Menschen zu begleiten, Menschen zu helfen“ - so hat sie Lola und sich bei der „Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde“ in Allschwil für die Sozialhunde-Ausbildung angemeldet. Diese Ausbildung ist stark ausgebucht, weshalb Lola bereits als Welpe angemeldet wurde. So konnte sie nach Erreichen des Mindestalters (2 Jahre) gleich mit der Ausbildung beginnen.

Da die Mutter von Lola Therapiehündin ist, wurden ihr die guten Gene für diese wertvolle Arbeit bereits in die Wiege gelegt.

 

Die Ausbildung zum Sozialhund

Der zukünftige Sozialhund wird schrittweise an verschiedene mögliche Situationen, welche während eines Einsatzes eintreten können, gewöhnt. Er lernt unter anderem auch mit ungeschickten oder unsanften Berührungen umzugehen und sich in heiklen Situationen vertrauensvoll an seinen Hundehalter zu orientieren.

Der Hundehalter lernt sich intensiv mit seinem Hund zu verständigen, damit eine respekt- und vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden kann. Auch lernt er frühzeitig die Stress- und Konfliktsignale seines Hundes zu erkennen um ihn, wenn nötig, vor einer Überlastung schützen zu können.

 

Seit Beendigung der Ausbildung, welche Lola mit Bravour bestanden hat, besucht Lola in zwei-wöchigem Abstand die Bewohner vom Pflegezentrum Süssbach in Brugg. Bei ihren regelmässigen Besuchen im Pflegezentrum Süssbach stach Alexandra immer wieder das Logo vom Verein „Hospiz Aargau“ ins Auge, welches sich im selben Gebäude befindet. So kam es, dass sie mit uns Kontakt aufnahm mit der Frage, ob unsere Patienten sich über Besuch von Lola freuen würden.

 

Lolas erster Einsatz bei Hospiz Aargau

Letzten Freitag hatte Lola bereits ihren ersten Einsatz im Hospiz Aargau.

Eine Patientin äusserte den Wunsch, Besuch von einem Hund zu bekommen. Alexandra kam am selben Tag vorbei. Sie nahm Lolas Decke mit und legte diese auf einen geeigneten Platz auf dem Bett der Patientin. Lola legte sich gleich auf ihre Decke. Als Alexandra die Hand der Patientin nahm, legte Lola ihren Kopf auf die Hände der zwei Frauen. Die Patientin durfte so wieder die Nähe und bedingungslose Liebe eines Hundes spüren. Sie erzählte danach Alexandra von Erlebnissen und Erinnerungen mit ihren eigenen Hunden, welche sie durch ihr Leben begleitet hatten und wurde ganz ruhig und entspannt.

 

Tiere in der Sterbebegleitung

Tiere in der Sterbebegleitung sind ein aktuelles Thema. Die Tiere lenken nicht nur ab, sie vermitteln auch Ruhe und helfen Worte zu finden.  Die Tiere scheinen für einen Augenblick den Patienten, wie aber auch den Angehörigen, die Schwere zu nehmen. Die Menschen beginnen sich nicht mehr über die Krankheit, sondern über die Tiere zu unterhalten.  Manche, welche vorerst gar nicht sprechen wollten, fangen sogar erst durch den Kontakt mit den Tieren an zu sprechen: etwas über Tiere, über ihre eigenen Tiere, welche sie begleitet haben. Über ihre Ängste und Sorgen.

Tiere sind stille Zuhörer, dem sich Sterbende meist intensiver anvertrauen als ihren Mitmenschen.

 

Wir sind dankbar unseren Patienten diese Möglichkeit bieten zu dürfen und freuen uns auf viele weitere unvergesslich schöne Momente mit Lola und unseren Patienten. Wir danken Alexandra wie auch Lola ganz herzlich für ihre sehr wertvolle Begleitungen und Unterstützung.

 

Schön, dass ihr ein Teil der Hospiz Aargau-Familie seid.

 

Angela Salerno, Administration

Brugg, 6. März 2019

 

 

Soziologisches Institut UZH, Vortrag mit Diskussion:

Von Herausforderungen und Chancen beim Einsatz von Tieren in der Sterbebegleitung

 

Artikel in der Geo über Tiere in der Sterbebegleitung

Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde